Tektonische Tableaus

Werkzyklus zu 100 Jahren BAuhaus

wollen

 

Eine Werkreihe plastischer Bildobjekte, die von der Ästhetik des Bauhauses inspiriert ist - tektonische Tableaus, die dessen signifikante Bildsprache frei zitieren und zu neuen Ausdrucksformen finden.

erdenken

 

 

 

Vernissage 19.05.2019

15-18h

Galerie Heidefeld & Partner, Krefeld

erschaffen

 

"Reetz liebt die Vielfalt ästhetischer Optionen."

Prof. Dr. Dieter Ronte


Bertamaria Reetz ist eine Künstlerin, die permanent neugierig ist, die weiter sucht, das schon Gestaltete wieder als einen Ausgangspunkt für Neuerungen sieht, nicht aber als definitiven Abschluss für die Ewigkeit.

Ihre Erfahrungen und Emotionen sind essentielle Bildträger, die sich nicht thematisch oder stilistisch festlegen lassen. Reetz ist auf einer permanenten Reise zu neuen Optionen.

 

Sie liebt die Reduktion, nicht die Überfülle. Als Mensch und Künstlerin umgibt sie sich mit Reduktionen als Lebensprinzip. Wenn dieses Agieren und ihr Kunstwollen im Jahr des einhundertsten Geburtstages des Bauhauses zusammenkommen, so liegt es nicht unnah, dass die Künstlerin auf dieses Datum reagieren will, um ihrerseits neue ästhetische Erfahrungen durch ihr Tun zu sammeln.

 

Das Ergebnis im Jahr 2019 sind die Tableaus, wiederum Bilder ohne Titel, damit der Betrachter nicht eingeschränkt wird. Den Bildbegriff „Tableau“ hat ein kunsthistorischer Monolith gerne verwendet, Piet Mondrian, der niederländische Künstler der de Stijl-Bewegung. Mondrian hat wie kein anderer Künstler alle Stufen der Kunst bis zum 20. Jahrhundert durchlaufen und vor allem durchdacht, bis er zu seinen berühmten Bildern mit den Quadraten gekommen ist, die nicht nur ein neuer Ausdruck sind, sondern eine neue philosophische Gedankenwelt verbildlichen.

 

Bertamaria Reetz geht von diesen Vorlagen aus. Ihre Kunst wendet sich der dritten Dimension zu, dem Relief, das in Kuben und Linien erdacht an Mondrian erinnert, sich aber völlig frei von diesem Vorbild bewegt. Für Reetz werfen die Tableaus erneut die Frage auf aus der Akademiezeit: Wie kommt Kunst zu einem befriedigenden Ergebnis, wann ist ein Bild zu leer oder zu voll, welche Farben darf ich nehmen, wie rot muss ein Rot sein? Wie hebe ich die Starrheit eines Bildes auf, um es in visuelle Poesie umspringen zu lassen?

 

Die Setzungen sind deshalb nicht nach geometrischen Gesetzen durchgeführt, sondern nach Gefühlen gestaltet. Das gilt für die weißen Kuben auf weißer Fläche ebenso wie für die teilweise oder ganz bemalten Kuben, die Monochromie wie die Farbigkeit. 

 

Die Künstlerin liebt die neuen Erfahrungen mit der Einfachheit, die sich als höchst komplizierte und entscheidungsfordernde neue Qualität erweist.

 

Mit fünf Farben, den Primärfarben rot, gelb, blau und den sogenannten Nichtfarben weiß und schwarz sind 14 Tableaus entstanden, mit denen Reetz ihre Gedankenwelt wissentlich und radikal erweitert hat.
Ein wahrhaft mutiger Schritt.

 

Prof. Dr. Dieter Ronte

Mai 2019